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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 25/ 2017

Datum: 13.09.2017

Witterung

Uns steht weiter herbstliches und durchwachsenes Wetter mit viel Wind, Schauern und kühlen Temperaturen bevor. Vor allem heute und morgen, Donnerstag ist mit flächendeckendem Regen zu rechnen.

Stein- und Beerenobst: Kirschessigfliege

Der Druck ist weiter hoch! Wir erinnern an die Behandlungen mit Spintor 0,2 l (max. 2x, B1, WZ 3 Tage) in Brombeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren (hier WZ 1 Tag). In Tafeltrauben Spintor 0,16 l/ ha (WZ 14 Tage, max. 2x). in Pflaumen 0,15 l/ha (max. 0,3l/ha, WZ 5 Tage, max. 2x).

Alternativ ist der Einsatz von Exirel möglich: Exirel, B1 (!) 0,75 l (WZ 3 Tage, max. 2x) in Heidelbeere; in Pflaume 0,375 l/ha (max. 0,75 l/ha, WZ 7 Tage, max. 2x); in Tafeltrauben 0,90 l/ha (WZ 10 Tage, max. 1x).

Karate Zeon, 37,5 ml/ ha (B4, WZ 3 Tage, max. 2x) v. a. in Herbsthimbeere, auch in Brombeeren und Heidelbeeren, in Tafel- und Keltertrauben mit 75 ml/ ha (WZ 7 Tage, max. 1x); in Pflaumen 37,5 ml/ ha (max. 75 ml/ ha, WZ 7 Tage, max. 2x).

Zwetschgen: Zwetschgenrost

In Spätsorten wird nach der Ernte eine Behandlung mit z.B. Dithane Neotec 1 kg* empfohlen.

Himbeeren: Himbeerblattmilbe

An Sommerhimbeeren, und hier besonders bei `Glen Ample`, ist ein Befall an den gelb-scheckigen Blättern zu erkennen. Die Blattunterseite der Flecken ist dunkler und oft ohne Blatthaare. Eine Bekämpfung muss vor Abwanderung der Milben von den Blättern zu den Blattknospen erfolgen. Dies beginnt Anfang bis Mitte September. Wir empfehlen zwei Behandlungen mit Kumulus WG 7 kg/ ha im Abstand von 7 bis max. 10 Tagen.

Am Tag der Behandlung sollten die Temperaturen ca. 20° C betragen und ein etwas bedeckter Himmel vorherrschen.

In schwefelempfindlichen Sorten (z.B. Sorte `Octavia`) alternativ eine Behandlung mit Envidor 0,4 l (B1, max. 1x), Kiron 1,5 l (B4, max. 1x) oder Kanemite SC 1,25 kg (B4, max. 1x) durchführen.

Mit hoher Wassermenge (1.000 l/ ha) behandeln und dichte Bestände vorher auslichten.

Erdbeeren: Mehltau

Aktueller Stand: Der Druck ist derzeit gering. In einzelnen Flächen mit Vorbefall am Pflanzgut sind auch an den frisch gebildeten Blättern Mehltauflecken zu finden. Dort wird eine Behandlung mit z.B. Fortress 250 0,5 l, Systhane 20 EW 0,5 l oder Topas 0,5 l empfohlen. Zur Vermeidung von Resistenzbildung möglichst auf Strobilurine verzichten. In allen anderen Flächen zuwarten, bis erste Symptome sichtbar werden und dann Behandlung durchführen.

Blattläuse: Der Befall ist bisher gering. Betroffen sind v.a. Flächen mit bereits stark entwickelten Pflanzen. Eigene Kontrollen durchführen. Bei Befall ist der Zusatz eines Insektizids bei der Mehltau- oder Spinnmilbenbehandlung wie z.B. Calypso 0,25 l oder Pirimor Granulat 0,75 kg möglich.

Spinnmilben: Der Befall ist äußerst gering. Eigene Kontrollen durchführen. Zur Bekämpfung wird Floramite 240 SC 0,4 l, Milbeknock 1,25 l (B1) oder Kiron 3 l empfohlen.

Weichhautmilben in zweijährigen Beständen: Es wird an die Behandlungen erinnert. Bei Befall empfehlen wir Movento 100 SC 1 l (Art. 53 bis 28.09.2017, max. 2x, B1, bienengefährlich) mit hoher Wassermenge (je nach Blattmasse min. 1.500 l).

Unkrautbekämpfung: Aufgelaufene Unkräuter in den Gassen zwischen den Foliendämmen können u. a. mit Cadou SC 0,3 kg (Einjähriges Rispengras), Select 240 EC 0,75 kg (Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, einjährige Rispe), Fusilade MAX 1 l (Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide) oder Devrinol FL 2,5 l (Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz, u.a.) bekämpft werden. Ausläufer sind vor einer Behandlung zu entfernen, um Phytotox zu vermeiden.

Termin: Versuchsbegehung KOB

Versuchsvorstellung „Pflanzenschutz im Obstbau – Rückstandsarme Produktion“ am Sonntag, 17. September 2017 von 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr, KOB, Schuhmacherhof 6, 88213 Ravensburg.

Themen sind Schorf (Situation & Versuche), Bekämpfungsversuche zu saugenden und beißenden Insekten, Kirschessigfliege, Interreg-Projekt: Modellanlage zur Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes, Herbizide sowie alternative Verfahren zur Regulierung von Unkräutern.

Im Anschluss findet ab 14:00 Uhr eine Führung zum Thema „Hohe-Schlanke-Super-Spindel“ und „Schlanke Steinobstreihe“ statt, mit Informationen zum neuen Beratungsangebot und zum Arbeitskreis Aprikosen unter Tunnel. Verpflegung zur Mittagszeit wird angeboten.

Hinweise: Frostbeihilfe

Das Land Baden-Württemberg gewährt Zuwendungen für den finanziellen Teilausgleich von frostbedingten Ertragsausfällen an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen (inkl. Obst- und Weinbau), die unmittelbar durch das Frostereignis 19. bis 21. April 2017 verursacht wurden. Zuwendungsempfänger sind landwirtschaftliche Unternehmen im Haupt- oder Nebenerwerb. Falls noch keine Unternehmens-Nr. vorliegt, muss diese vorher beim Amt für Landwirtschaft beantragt werden.

Mindestschadensschwelle: Entschädigt wird erst, wenn der nachgewiesene Schaden im Vergleich zu den Vorjahren je Kulturart mind. 30% beträgt. Ausbezahlt wird erst ab einer anerkannten Entschädigungssumme für die beantragten Kulturarten von insgesamt 3.000 €. Bei max. 50% Entschädigung bedeutet dies, dass der Schaden aller beantragten Kulturen, die über der Mindestschadensschwelle liegen, auf jeden Fall über 6.000 € liegen muss.

Die Verwaltungsvorschrift, die Antragsunterlagen sowie Erläuterungen und Ausfüllhinweise können ab 11. September 2017 unter folgender Internetseite heruntergeladen werden: http://ortenaukreis.landwirtschaftsverwaltung-bw.de. In Zusammenarbeit mit dem Obstgroßmarkt Mittelbaden (OGM) besteht zudem die Möglichkeit, den Antrag bei Mitarbeitern des Amtes für Landwirtschaft in den Räumlichkeiten des OGM in Oberkirch zu stellen.

Zum Nachweis der Erntemengen in 2017 und den drei bzw. fünf Vorjahren ist für die geschädigten Kulturen eine Bestätigung der Liefermengen beim Vertragspartner einzuholen. Diese Bestätigung, der ausgefüllte Antrag sowie alle relevanten Unterlagen müssen zur Antragstellung mitgebracht werden.

Termine zur Abgabe der Frosthilfe-Anträge in den Annahmestellen in Offenburg und Oberkirch können ab sofort unter http://www.frostbeihilfe-ortenaukreis.de gebucht werden.

Das Amt für Landwirtschaft empfiehlt, frühzeitig Termine wahrzunehmen, da die Antragsfrist bereits am 30. Oktober 2017 endet. Später eingehende Anträge müssen abgelehnt werden.

Für Rückfragen zur Antragstellung ist ab Montag, 11. September 2017, unter der Telefon 0781 805 7132 eine Hotline eingerichtet.

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

 

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

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