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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 26/ 2017

Datum: 05.10.2017

Witterung

In den nächsten Tagen bleibt es regnerisch mit einigen Schauern, viel Wind und Temperaturen von maximal 15 °C. Der Samstag bleibt mit etwas Sonnenschein voraussichtlich trocken.

Steinobst: Holz- und Rindenkrankheiten (Valsa, Pseudomonas)

Wir empfehlen zum Blattfall eine Behandlung mit Cuprozin progress 1,4 l*. Es ist darauf zu achten, dass nicht mehr als 3 kg Reinkupfer pro ha und Jahr ausgebracht werden.

Vor den ersten Winterfrösten sollten zudem in Neu- und Junganlagen die Stämme geweißelt werden. Bewährt hat sich ProAgro-Baumweiß mit gleichzeitigem Wildverbissschutz.

Streuobst-Hochstämme: Leimringe gegen Frostspanner: Ab Mitte Oktober sollten die Leimringe gegen die aufwandernden Weibchen des Frostspanners angebracht werden.

Mirabellen, Pfirsich: Schrotschusskrankheit: Hier kommt es während des Blattfalls häufig zu Infektionen über die frischen Blattnarben. Es ist die Nebenwirkung einer Behandlung mit Cuprozin progress 1,4 l* zum Blattfall auszunutzen.

Zwetschgen: Rost: Wir erinnern an die Nacherntebehandlung mit z.B. Dithane Neotec 1 kg*.

Brombeeren: Gallmilben

In abgeernteten Beständen werden zwei Behandlungen mit Kumulus WG, 4 kg/ ha im Abstand von 1 Woche mit ausreichend hoher Wassermenge empfohlen. Anwendung an bewölkten Tagen um Phytotox zu vermeiden.

Himbeeren: Kirschessigfliege

Der Druck bleibt weiter hoch. Enge Pflückabstände und Pflanzenschutzmaßnahmen weiter konsequent durchführen.

Himbeerblattmilbe: Wir erinnern an die zweite Behandlung mit Kumulus WG 7 kg/ ha im Abstand von 7 bis max. 10 Tagen. An Tagen mit bedecktem Himmel fahren, mit hoher Wassermenge (1.000 l/ ha) behandeln und dichte Bestände vorher auslichten.

Himbeeren & Brombeeren: Ruten- bzw. Rankenkrankheiten

Zum Blattfall werden 1-2 Behandlungen mit z.B. Cuprozin progress 4 kg oder Malvin WG 1,8 kg empfohlen.

Erdbeeren: Rote Wurzelfäule

Infektionen erfolgen ab Bodentemperaturen von 6-10 ºC. Es wird eine Bandbehandlung von 20 cm mit Aliette WG 1 g pro laufenden Meter in 100 ml Brühe empfohlen. Alternativ kann zur Pflanzenstärkung eine Bandbehandlung mit einem Phosphit-haltigen Blattdünger (z.B. Phosfik, Lebosol Kali Plus u.a. 1-1,5 ml/lfm in 100 ml Brühe) durchgeführt werden.

Entfernen von Ausläuferpflanzen nach der Ernte: Basta darf hier nicht mehr angewendet werden. Alternativ kann als Zwischenreihenbehandlung mit Spritzschirm die Tankmischung Quickdown 0,8 l/ha plus Toil 2 l/ha, max. 1x, (§22) angewendet werden.

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Generell sollte der Mulchrasen kurz gehalten, der Baumstreifen frei von Bewuchs und Randstreifen und Böschungen gemulcht werden, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen. Außerdem ist das Fallobst zu entfernen. Eine direkte Bekämpfung kann folgendermaßen erfolgen:

Feldmäuse:

Zur direkten Bekämpfung eignen sich Schlagfallen oder Giftweizen- bzw. Giftlinsen-Präparate auf Basis von Zinkphosphid. Giftweizen und Köder müssen verdeckt ausgebracht werden! Hierbei z.B. den Giftweizen mittels Legeflinte mit 5 Körnern pro Mäuseloch ablegen. Bei der Anwendung von Mausködern pro Köderstation 100 g verwenden.

Die Befallsdichte kann wie folgt festgestellt werden: innerhalb der Obstanlage auf einer Fläche von ca. 250 m² (16x16 m) alle Mauselöcher zutreten und mit einem Stab markieren. Am Folgetag die wieder geöffneten Löcher zählen. Wenn mehr als 2 Löcher wieder geöffnet sind, ist eine Bekämpfung notwendig.

Wühlmäuse:

Die Bekämpfung erfolgt mit Fallen oder verdeckt mit Produkten auf Zinkphosphid-Basis. In sehr kleinparzellierten Gemarkungen ist die gemeinschaftliche Mäusebekämpfung sinnvoll.

Auf großen Flächen ist die Ausbringung von Wühlmausködern mit dem Wühlmauspflug möglich. Vorgewende und Randstreifen auch mit Ködern bestücken.

Hier gilt ein Bekämpfungsrichtwert von 10-20 Tieren je ha. Die Befallskontrolle ist über die Verwühlprobe möglich: Löcher öffnen und markieren. Am Folgetag wieder verschlossene Löcher zählen und Befall auf einen Hektar hochrechnen.

Zulassungsverlängerungen:

Delan WG bis 31.01.2018

Movento 150 OD bis 31.01.2018

Spintor bis 30.04.2019

Para Sommer bis 31.12.2021

Termin: Dienstag, 10.10.2017, 15.00 Uhr

Begehung zum Thema Schildläuse in Steinobst (Kirschen, Zwetschgen Mirabellen)

Treffpunkt: Betriebsstelle Thomas Zink, Kappelrodeck, An der Acher (gegenüber Kläranlage)

Programm: Matthias Bernhart/ Pflanzenschutzberatung LRA OG und Markus Litterst/ OGM-Beratung stellen folgende Themen vor: aktuelle Befallssituation, Praxisergebnisse Bekämpfung mit Movento, Erkennen von Schildlausbefall (San José Schildlaus, Maulbeerschildlaus, Austernschildlaus u.a.)

Veranstaltungshinweise:

Augustenberger Obstbautag am Di 21.11.2017 von 8:30 bis ca. 17:00 Uhr. Niddastr. 9 in 76229 Karlsruhe-Grötzingen, mit folgenden Themen: Klimawandel, Bienenschäden, geschützter Kirschenanbau, schmale Anbausysteme bei Süßkirschen, Ausdünnungsversuche, Veränderungen im obstbaulichen Pflanzenschutz, Umsetzung von Abdriftminderungsvorschriften, Pflanzenschutzversuche im Obstbau

Die Veranstaltung gilt als Teilnahme an einer zweistündigen Sachkunde-Fortbildung.

Europäische Spargel-Erdbeerbörse ExpoSE am 22. und 23.11.2017 in der Messe Karlsruhe

Waldulmer Obstbautag am Mo 15.01.2018 in Kappelrodeck-Waldulm.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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