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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 27/ 2017

Datum: 20.11.2017

Steinobst: Holz- und Rindenkrankheiten (Valsa, Pseudomonas)

Es wird an das Weißeln der Stämme in Neu- und Junganlagen erinnert. Die Temperaturen bei der Anwendung sollten bei mindestens 10° C liegen und der Tag niederschlagsfrei sein. Der Anstrich sollte vor Ende des Winters angebracht sein. Bewährt hat sich ProAgro-Baumweiß mit gleichzeitigem Wildverbissschutz. Wenn noch nicht erfolgt, wird an die Kupferbehandlung erinnert; Es sind auch mehrere Anwendungen mit verringerter Aufwandmenge möglich.

 

Steinobst und Strauchbeerenobst: Unkrautbekämpfung

Zur Bekämpfung von Ungräsern und Vogelmiere wird eine Behandlung mit Kerb Flo empfohlen.

Aufwandmengen:

Steinobst sowie Johannis- und Stachelbeeren: 6,25 l/ ha,

Himbeerartiges Beerenobst, Holunder und Heidelbeeren: 3,75 l/ ha.

Die Anwendung muss während der Vegetationsruhe im Dezember/ Januar erfolgen. Der Boden sollte möglichst schneefrei sein. Optimale Bedingungen: bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf leicht gefrorenen Boden behandeln (Befahrbarkeit). Am Tag der Applikation sollte es trocken bleiben.

Bei starker Verunkrautung kann in Steinobst sowie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren Roundup Rekord 2,5 kg/ ha (Ausbringung mit Abschirmung) ausgebracht werden. Eine Behandlung sollte zur Vermeidung von Kulturschäden bei Strauchbeeren vor dem Schnitt oder frühestens 6 Wochen nach dem Schnitt gemacht werden. Hinweis: Nur Roundup Rekord kann ganzjährig eingesetzt werden.

 

Johannisbeeren & Stachelbeeren: Maulbeerschildlaus & Rotpustelkrankheit

Achten Sie beim Winterschnitt auf Befall durch beide Schaderreger und schneiden sie betroffene Triebe bodeneben aus.

In der Umgebung betroffener Anlagen sollte auf Befall durch die Maulbeerschildlaus an Ziergehölzen wie z.B. Pfaffenhütchen/ Spindelstrauch kontrolliert werden, da von dort eine erneute Zuwanderung ausgehen kann.

Der Schnitt ist weiterhin die wichtigste Maßnahme der Bekämpfungsstrategie der Maulbeerschildlaus!

Rotpustelkrankheit: Wir empfehlen direkt nach dem Schnitt eine Behandlung mit Cuprozin Progress 4 l (max. 2x bis Austrieb) oder Malvin WG 1,8 kg (§ 22, max. 2x). Ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung der Rotpustelkrankheit ist die Hygiene in der Anlage. Alles Schnittholz ist aus der Anlage zu entfernen (verbrennen oder abfahren). Dies ist wichtig, da sich auch auf gesundem Schnittholz über den Winter Rotpustel entwickeln kann und der Pilz von dort Ertragstriebe neu infizieren kann.

Johannisbeerglasflügler: Befall ist wieder zunehmend zu finden. Die Raupen überwintern in den Trieben. Abgestorbene Zapfen/ Triebe ausschneiden und verbrennen oder aus der Anlage entfernen.

Erdbeeren: Unkrautbekämpfung

Die Bestände sind nach den ersten Frösten nun in Winterruhe.

Für eine Behandlung mit Bodenherbiziden ist ruhiges Inversionswetter mit Temperaturen von 0 bis max. 10° C günstig. Für eine gute Wirkung der Kerb-Produkte sollte die mittlere Temperatur in den Tagen nach der Behandlung unter 10° C liegen.

Bei gegebener Befahrbarkeit wird eine Behandlung mit 3,5 l Stomp Aqua in Mischung mit max. 1,25 l Kerb Flo oder 1 kg Kerb 50 W empfohlen.

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:

  • Mulchrasen in den Fahrgassen kurz halten,
  • Baumstreifen frei von Bewuchs halten,
  • Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen  Rückzugsräume zu nehmen,
  • Sitzstangen für Greifvögel aufstellen.

Bekämpfung mit Ködern s. WD Nr. 26 vom 05.10.17

Zulassungsverlängerung:

XenTari bis 30.04.2020

 

Zulassungserweiterung nach Art. 51

Für Kumar in Steinobst zur Bekämpfung von Blütenmonilia und Triebspitzendürre. Max. 6 Anwendungen mit 1,5 kg/ ha und Meter Kronenhöhe, max. 5 kg/ ha. Die Konzentration der Spritzbrühe soll max. 0,6 % betragen = 0,6 kg/ 100 l Wasser. Wartezeit 1 Tag, das Mittel ist bienenungefährlich, B4.

Für Mospilan SG in Heidelbeere, Holunder, Apfelbeere, Himbeere, Brombeere Johannisbeere und Stachelbeere, alle im Freiland, gegen Kirschessigfliege, nur zur Befallsminderung. Max. 2 Anwendungen mit 0,25 kg/ ha, während der Reifephase der Früchte, BBCH 85-87, Wartezeit 7 Tage, das Mittel ist bienenungefährlich, B4.

Für Quickdown in Erdbeeren im Freiland zur Abtötung von Ausläufern nach der Ernte. Max. 2 Anwendungen mit 0,8 l/ ha in Mischung mit Toil 2l/ ha. Wartezeit F.

Für Quickdown in Heidelbeere im Freiland gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Max. 2 Anwendungen mit 0,8 l/ ha in Mischung mit Toil 2l/ ha, Anwendung als Reihenbehandlung mit Abschirmung vor der Blüte oder nach der Ernte. Wartezeit F.

 

Termine:

Waldulmer Obstbautag am Mo 15.01.2018 in Kappelrodeck-Waldulm.

Schwerpunktthemen: Anbau von Johannisbeeren, Blütenansatz bei Erdbeeren, Pflanzenschutz

Do., 18.01.2018: Beerenvormittag der Obstregion Süd

Mo., 22.01.2018: Markgräfler Steinobsttag in Blansingen

Fr., 02.02.2018: Steinobstnachmittag LRA & OGM

23.-25.02.2018: Fruchtwelt Bodensee 

Mit diesem Fax enden die Pflanzenschutzhinweise 2017.

 

Der erste Hinweis 2018 wird zum Schwellen der Pfirsichknospen und einsetzender Infektionsgefahr durch die Kräuselkrankheit erfolgen. 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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