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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 06/ 2018

Datum: 12.04.2018

Witterung & Vegetationsentwicklung

Heute bleibt es trocken mit Temperaturen bis 19° C. Morgen kann es bei Temperaturen um 15° C zu geringen Niederschlägen kommen, zum Wochenende wieder trocken und weitere Erwärmung. Die Zwetschgen und erste Kirschen sind in Vollblüte, die Hauptblüte bei Kirschen wird am Wochenende beginnen, bei Johannisbeeren und Stachelbeeren hat die Blüte begonnen.

Pflanzenschutzapplikationen und Abdrift auf Nachbarkulturen

Die Kulturen befinden sich ab Blühbeginn im rückstandsrelevanten Bereich. Um Abdrift auf Nachbarkulturen zu vermeiden, führen Sie deshalb Pflanzenschutzmaßnahmen nur bei Windstille oder Wind <3m/s (leichte Brise, Blätter säuseln) aus. Dies ist vor allem in den frühen Morgen- oder den Abendstunden der Fall. Randreihen sollten zur Abdriftminderung nur einseitig von außen nach innen behandelt werden. Verwenden Sie im Kern- und Steinobst Mittel, die auch im Beerenobst – Strauchbeeren und Erdbeeren - eine Zulassung haben (s. auch Pflanzenschutzinfo 2018 des OGM, S. 68-71).

Bienenschutz:

Pflanzenschutzmaßnahmen sind während der Blüte bevorzugt außerhalb des täglichen Bienenflugs zu machen.

Folgendes ist beim Insektizideinsatz zu beachten:

  • Der Einsatz von zwei B4 Insektiziden in Tankmischung ist wie die Anwendung eines B1 Insektizids zu werten und darf deshalb nicht in blühenden oder von Bienen beflogenen Kulturen erfolgen.
  • Der Einsatz der Mittel Steward und Mospilan SG, (beide B4) in Kombination mit Azol-Fungiziden (z.B. Systhane 20 EW, Luna Experience, Score, Topas) wird wie eine B1-Anwendung gewertet. Auch ist bei blühenden Kulturen ein 3 Tages Abstand zwischen einer Steward-Behandlung und einem Azol-Fungizid Einsatz einzuhalten.
  • Mospilan SG darf während der Obstblüte nicht in Mischung mit Netzmitteln eingesetzt werden.

Ist nach Ende der Blüte der Einsatz eines B1-Insektizids notwendig, sollten die Baumstreifen bis dahin unkrautfrei sein. Eine erforderliche Herbizidbehandlung ist deshalb rechtzeitig einzuplanen.

Stein- und Beerenobst: Frostspanner

Der Schlupf aus den Wintereiern hat begonnen. Für Kontrollen über einen realistischen Befall sollte der Zeitraum ab nächsten Mittwoch genutzt werden. Eine Behandlung mit einem Larvizid ist nur bei Überschreiten der für Steinobst gültigen Schadschwelle von 10-15 % befallene Blatt- oder Blütenbüschel nötig. Dabei ist besonders in Waldrandlagen, in Nähe zu Hecken oder neben nicht mehr bewirtschafteten Brennkirschen auf Fraßsymptome zu kontrollieren.

Empfohlene Bekämpfungsstrategie:

Kirschen und Zwetschgen: Bei Überschreiten der Schadschwelle wird bei Temperaturen von 15-25° C bevorzugt der Einsatz von z.B. XenTari 0,5 kg* empfohlen. Die Behandlung ist nach ca. 1 Woche zu wiederholen, um alle Raupen sicher zu erfassen.

Alternativ ist der Einsatz von Steward 0,085 kg* (max. 1x, keine Mischung mit Azolfungiziden, s.o.) oder Mimic 0,25 l* (max. 2x) möglich. Beide Mittel dürfen nur bis Ende der Blüte eingesetzt werden.

In Steinobstanlagen mit direkter Nachbarschaft zu Beerenobst ist zur Frostspannerbekämpfung XenTari oder Steward einzusetzen. Mimic ist nur im Steinobst, nicht in Strauchbeeren und Erdbeeren zugelassen.

Mimic und Steward sind beide als bienenungefährlich, B4, eingestuft.

Auf die firmenseitige Empfehlung, Steward nur abends außerhalb des Bienenflugs einzusetzen, wird hingewiesen.

Strauchbeeren: Es besteht keine Schadschwelle. Bei Befall ist eine Bekämpfung mit XenTari 1 kg oder Steward 0,17 kg möglich. Im Zweifelsfall Beratung anfordern.

Kirschen: Blütenmonilia

Ab Blühbeginn sollte eine Behandlung mit z.B. Sythane 20 EW 0,225 l*, Teldor 0,5 kg* oder Switch 0,2 kg* erfolgen. Bei Sauerkirschen Behandlung zum jetzigen Ballonstadium.

Gnomonia-Blattbräune: In Befallslagen sind mit einsetzendem Regen mehrere Behandlungen mit Score 0,075 l* (max. 3x), Flint 0,167 kg* (max. 1x) und Signum 0,25 kg* (max. 3x) einzuplanen.

Schwarze Kirschenlaus: Bisher tritt nur vereinzelt Befall auf. Mit einer gezielten Bekämpfung bis nach der Blüte warten.

Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen: Blütenmonilia

Während der Blüte wird eine Behandlung mit z.B. z.B. Sythane 20 EW 0,225 l* oder Score 0,075 l* empfohlen. Anwendung bei Temperaturen über 10° C.

Schrotschusskrankheit: Nach der Blüte wird eine Behandlung mit z.B. Score 0,075 l* oder Systhane 20 EW 0,225 l* empfohlen.

Blattläuse und Pflaumensägewespe: Wurden noch keine Blattläuse bekämpft, kann dies jetzt mit Calypso 0,1 l* oder Mospilan SG 0,125 l* mit gleichzeitiger Wirkung auf Sägewespe erfolgen.

Rostmilben: Wurden keine Schwefelbehandlungen gemacht, ist in Befallslagen nach der Blüte Kiron 0,75 l* (max. 1 x, B4) einzuplanen.

Stachelbeeren/ Johannisbeeren: Stachelbeermehltau

Der Infektionsdruck steigt. Behandlungen mit Fungiziden im Abstand von 1 Woche starten. Auf Wirkstoffwechsel achten. Mittel z.B. Flint 0,2 kg, Systhane 20 EW 0,45 l oder Fortress 250 0,3 l.

Gallmilben: In Befallslagen sollte während der Blüte eine Behandlung mit Kiron 1,5 kg erfolgen.

Strauchbeerenobst: Bodentriebmanagement

Sind viele Bodentriebe oder Jungruten vorhanden, sind diese nun von Hand zu entfernen oder bei einer Höhe von 5-10 cm mit Quickdown 0,8 l + Toil 2 l abzubrennen. Keine Zulassung in Heidelbeeren.

Erdbeeren: Botrytis, Mehltau

Blütenspritzungen je nach Verfrühungsform beginnen oder fortsetzen. Der Mehltaudruck wird witterungsbedingt ab dem Wochenende steigen. Einer Botrytis-Behandlung mit Switch 1 kg kann Flint 0,3 kg zugemischt werden. Wird Luna Sensation 0,8 l (Empfehlung: max. 1x pro Saison) eingesetzt, ist eine Wirkung gegen Botrytis und Mehltau gegeben.

Blattläuse: Stellenweise tritt befall auf. Eigene Kontrollen durchführen. Zur Bekämpfung kommen Calypso 0,25 l oder Pirimor Granulat 0,75 kg infrage.

Zulassung nach Art. 53 EU-VO

Für Botector (Wirkstoff Aureobasidium pullulans) gegen Monilia spp. an Steinobst im Freiland und geschütztem Anbau. Max. 6 Anwendungen bis Erntebeginn mit 0,5 kg/ ha und mKh, Wartezeit 1 Tag.

Zulassungsverlängerungen:

Calypso bis 30.04.2020, Fortress 250 bis 30.04.2019, Mospilan SG bis 28.02.2019

IP-Termine:

Donnerstag, 12.04. um 18:00 Uhr in Erlach und Ortenberg

Freitag, 13.04. um 08:30 in Nußbach, um 10:30 in Oberkirch und Stadelhofen, um 13:30 in Mösbach

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Die nächste Durchsage erfolgt je nach Vegetationsentwicklung, spätestens in 14 Tagen.

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