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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 09/ 2018

Datum: 11.05.2018

Witterung & Vegetationsentwicklung

Die Trockenphase scheint beendet. Die gestrigen Niederschläge brachten in der Region an den meisten Stationen 20-40 l Wasser. Ab Sonntag ist weiterhin unbeständiges Wetter bei Temperaturen von 15-20° C gemeldet. Das Trieb- und Fruchtwachstum schreitet voran. In den Ortschaften beginnen bei Kirschen frühe Lokalsorten gelb zu färben. Die Erdbeerernte ist voll im Gang.

Kirschen, Pfirsiche: Maulbeerschildlaus (MBSL)

Der Schlupf der Wanderlarven hat in frühen Lagen bereits begonnen. Dort könnte der morgige Samstag für eine Behandlung mit Movento SC (Art. 53, max. 2 Anwendungen, WZ 21 Tage) 0,75 l*, max. 2,25 l/ ha genutzt werden.

In allen anderen Lagen sollte die Behandlung für Mitte nächster Woche eingeplant werden. Wegen Behandlungstermin Wetterbericht im Auge behalten.

Ist ein starker Befall durch die Maulbeerschildlaus vorhanden, ist 10-14 Tage nach der ersten Behandlung eine Folgebehandlung mit Movento einzuplanen.

Kann bei Kirschenfrühsorten die Wartezeit von 21 Tagen nicht mehr eingehalten werden, ist eine Anwendung direkt nach der Ernte einzuplanen.

Folgende Hinweise sind für eine gute Wirkung von Movento auf Schildläuse zu beachten:

Die Mittelmenge ist an die Laubwandhöhe anzupassen, nicht unterdosieren. Für die Wirkung spielen die Aufnahme und Verteilung innerhalb der Pflanzen eine wichtige Rolle. Wüchsiges Wetter begünstigt die Wirkstoffverteilung in der Pflanze.

Die Anwendung muss auf trockenes Laub erfolgen.

Wassermenge von mind. 500 l/ ha wählen, bei hohen Bäumen 800-1.000 l Wasser/ ha.

Langsames Antrocknen der Spritzbrühe auf dem Blatt fördert die Wirkstoffaufnahme, deshalb Anwendung morgens oder abends.

Keine Anwendung bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung.

Anwendung solo, bei Kirschen ist die Mischung mit Delan WG möglich.

Von weiteren Zugaben wie z.B. von Blattdüngern wird abgeraten.

Movento ist bienengefährlich, B1. Sollten sich in der Fahrgasse blühende Kräuter/ Blumen befinden, ist vor einer Movento-Behandlung zu mulchen.

San-José-Schildlaus: Wird Movento gegen die MBSL eingesetzt, ist eine Nebenwirkung auf die San-José-Schildlaus vorhanden. Behandlungen bevorzugt Ende Mai terminieren, da die SJS-Crawler ab Anfang Juni schlüpfen.

Sprühfleckenkrankheit: Es wird eine Behandlung mit Delan WG 0,25 kg* oder Merpan 80 WDG 0,75 kg* empfohlen.

Bitterfäule: In Befallslagen wird eine Behandlung mit Malvin WG 0,6 kg* empfohlen.

Gnomonia-Blattbräune: In den bekannten Befallslagen sollte eine weitere Behandlung mit z.B. Flint 0,167 kg* oder Score 0,075 l* erfolgen. Beide Mittel sind auch gegen Sprühflecken wirksam.

 

 

 

Zwetschgen, Mirabellen: Rote Austernschildlaus

Die Eiablage der Roten Austernschildlaus hat noch nicht begonnen. Der Schlupf der Wanderlarven wird frühestens Ende Mai erwartet. Nächste Warndienste für Movento- Termine beachten.

Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen: Schrotschusskrankheit

Die aktuelle Witterung ist günstig für Infektionen des jungen Laubs. Liegt die letzte Fungizidbehandlung länger als zehn Tage zurück, wird eine Behandlung mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* oder Score 0,075 l* empfohlen.

Bitterfäule: In Befallslagen wird eine Behandlung mit Malvin WG 0,6 kg* (§ 22) empfohlen. Eine Nebenwirkung auf Schrotschusskrankheit ist vorhanden.

Stachelbeeren/ Johannisbeeren: Stachelbeermehltau

Erster Fruchtmehltau ist zu finden. Befallene Beeren auspflücken, Fungizid-Behandlungen im wöchentlichen Abstand fortsetzen. Mögliche Mittel sind z.B. Flint 0,2 kg, Talendo 0,375 l oder Systhane 20 EW 0,45 l.

Blattfallkrankheit: Jetzt ist die Hauptinfektionszeit. Zwei Behandlungen mit z.B. Signum 1 kg bis Triebabschluss Ende Mai einplanen. Die gegen Mehltau eingesetzten Fungizide haben eine ausreichende Nebenwirkung auf die Blattfallkrankheit.

Himbeeren, Brombeeren: Botrytis, Colletotrichum

Ab Blühbeginn sind zwei bis drei Behandlungen mit Switch 1 kg oder Signum 1 kg einzuplanen. Wird Teldor 2 kg eingesetzt, ist nur eine Wirkung auf Botrytis vorhanden.

 

Erdbeeren: Fruchtfäulen

Mit den Niederschlägen steigt der Fäulnisdruck in den Beständen. Fungizidmaßnahmen haben zum jetzigen Zeitpunkt erfahrungsgemäß keine Wirkung. Entscheidend sind Hygiene und vorbeugende Maßnahmen: Bei der Ernte beschädigte oder faule Früchte in separate Eimer pflücken und aus der Anlage entfernen. Hagelnetze zum Schutz vor hoher Sonneneinstrahlung und Hagel/ Starkregen auflegen.

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Di rnächste Durchsage erscheint je nach Vegetationsentwicklung, spätestens in 14 Tagen.

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