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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 10/ 2018

Datum: 17.05.2018

Wetter und Vegetationsentwicklung

Nach dem Regen der letzten Woche soll es laut Wettervorhersage über Pfingsten weitgehend trocken bleiben bei Temperaturen bis 24 °C. Einzelne Schauer sind möglich. Das Triebwachstum ist noch stark, Kurztriebe beginnen bereits abzuschließen. Die Fruchtreife bei Kirschen schreitet voran, s.u.

Steinobst: Schrotschuss und Sprühflecken

Es wird an die 1-2 Behandlungen mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* (max. 2x) oder Score 0,075 l* erinnert. In Kirschen kann auch Delan WG 0,25 kg* oder Luna Experience 0,2 l* (Nebenwirkung auf Gnomonia) eingesetzt werden.

Unkrautmanagement: Auf den unkrautfreien, feuchten Boden kann jetzt eine Behandlung mit Stomp Aqua 3,75 l + Spectrum 1,4 l erfolgen. Sind bereits Unkräuter vorhanden, wird die Zumischung eines Glyphosat-haltigen Herbizids, z.B. Roundup Powerflex in halber Aufwandmenge 1,85 l empfohlen.

 Kirschen: Reifeentwicklung

Bei frühen Tafelkirschen (z.B. Souvenir de Charmes, Earlise u.a.) wird mit dem Erntebeginn ab dem 02. Juni gerechnet, Burlat ab 06. Juni. Frühreifende Schüttelkirschen werden ebenfalls Anfang Juni reif sein. 

Kirschessigfliege: Erste Eiablage wurde auf bereits gelb-rosa gefärbten Schüttelkirschen und auf Burlat gefunden. In Frühkirschen sind ab Gelbfärbung der Früchte Eiablagen möglich. Bei der derzeitigen Witterung sind weitere Eiablagen zu erwarten.

In bereits auf gelb/ rosa umfärbenden Frühkirschen wird deshalb bis Samstag eine erste Behandlung mit Spintor 0,15 l*, max. 0,3 l/ ha (Art. 53, B1!) empfohlen. In Lagen mit bekanntem hohen Kirschfruchtfliegendruck auch an Frühsorten sollte Exirel 0,375 l* (Art. 53, B1!) mit gleichzeitiger Wirkung auf beide Fliegenarten eingesetzt werden.

Für die Kirschensorten des mittleren und späten Reifebereichs wird im nächsten Warndienst eine Bekämpfungsstrategie vorgestellt.

 Kirschfruchtfliege: Der Flug hat letztes Wochenende begonnen und ist immer noch schwach. Eigene Gelbtafeln zur Kontrolle des Flugverlaufs umgehend aufhängen.

Schwarze Kirschenlaus: Aktuell ist eine starke Besiedlung der Triebspitzen zu beobachten. Falls bereits ein Blattlausinsektizid eingesetzt wurde, ist die Wirkung der Behandlung zu kontrollieren. In wöchentlichen Abständen auf Wiederbesiedlung der Triebspitzen kontrollieren. Vor Beginn von Honigtaubildung ist eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,25 kg* oder bei bereits eingedrehten Blättern mit Calypso 0,1 l* zu machen. In Anlagen mit Erdbeeren als Nachbarkulturen ist Calypso für die Bekämpfung (Nebenwirkung) der Kirschfruchtfliege einzuplanen.

Maulbeerschildlaus: Die Crawler sind jetzt alle geschlüpft und wandern auf der Rinde. Wurde noch kein Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha) eingesetzt, sollte die Behandlung Ende dieser Woche erfolgen. Vorhandene Läuse werden miterfasst.

Rindenwickler: Der Flug hat begonnen. In Befallslagen sind ab dem Wochenende zwei Behandlungen mit Coragen (nur §22 Genehmigung, 0,0175 % = 17,5 ml pro 100 l Wasser) als Stammbehandlung einzuplanen. Darauf achten, dass dabei keine Früchte getroffen werden.

Fruchtmonilia: Bei frühreifenden Sorten eine Behandlung mit Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) oder Teldor 0,5 kg* (WZ 3 Tage) im Lauf der nächsten Woche einplanen.

Gnomonia-Blattbräune: Eine letzte Behandlung mit z.B. Score 0,075 l*, Flint 0,167 kg* (max. 1x) oder Signum 0,25 kg* mit gleichzeitiger Schrotschuss-Wirkung wird empfohlen.

Bitterfäule: In Befallslagen Behandlung mit Malvin WG 0,6 kg* nach spätestens 14 Tagen wiederholen.

 Pfirsich: Maulbeerschildlaus

Eine Bekämpfung mit Movento SC 100 wird bei vorhandenem Befall empfohlen, Anwendung s. Kirschen.

 Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen: Rote Austernschildlaus

Die Eiablage unter den Mutterschilden ist im Gang. Mit dem Hauptschlupf ist im Lauf der nächsten Woche zu rechnen. Eine Behanldung mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha) ist für nächste Woche einzuplanen. Nächsten Warndienst beachten!

Schrotschuss: Liegt die letzte Behandlung länger als 14 Tage zurück wird eine Belagserneuerung mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* oder Score 0,075 l* empfohlen.

 Johannisbeeren/ Stachelbeeren: Amerikanischer Stachelbeermehltau

Der Infektionsdruck durch den Mehltau ist weiterhin hoch. Behandlungen mit z.B. Flint 0,2 kg im Wechsel mit Fortress 250 0,3 l oder Systhane 20 EW 0,45 l im wöchentlichen Abstand fortsetzen.

Blattfallkrankheit/ Säulenrost: Die Krankheiten werden bei Behandlungen gegen Mehltau miterfasst. In weniger mehltauanfälligen Sorten wird eine weitere Behandlung mit z. B. Folicur 0,8 l oder Signum 1 kg mit gleichzeitiger Wirkung gegen Botrytis empfohlen.

 Zulassung nach Art. 53

Für Exirel zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege und der Kirschessigfliege in Süß- und Sauerkirschen im Freiland im Zeitraum bis 14.05.-10.09.18. Maximal zwei Anwendungen mit 0,375 l*, max. 1l/ ha, Wartezeit 7 Tage.

Für Exirel zur Bekämpfung der Kirschessigfliege in Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen von 14.06.-12.10.18. Maximal zwei Anwendungen mit 0,375 l*, max. 0,75 l/ ha, Wartezeit 7 Tage.

Für Exirel zur Bekämpfung der Kirschessigfliege in Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidebeeren im Freiland von 01.06.-28.09.18. Maximal zwei Anwendungen mit 0,75 l/ ha, Wartezeit 3 Tage.

 Das Mittel ist bienengefährlich, B1. Vor einer Anwendung ist bei blühendem Unterwuchs in den Fahrgassen zu mulchen.

Für die Anwendung des Mittels gelten folgende Abstände zu Gewässern (bei * in B-W = 5 m):

Bei Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren: NW 605-1: 50 % - 5 m, 75 % – *; 90 % – * und NW 606 -10 m bei Verzicht auf abdriftmindernde Technik

Bei Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Mirabellen: NW 605-1: 50 % - 10 m, 75 % – 5 m; 90 % – * und NW 606 -15 m bei Verzicht auf abdriftmindernde Technik

 IP-Termine:

Donnerstag, 24.05., 18:00 in Erlach und Ortenberg

Freitag, 25.05., 08:30 in Nußbach, 10:30 in Stadelhofen und Oberkirch, 13:30 in Mösbach.

 Breitenhof- Tagung

Am Sonntag, den 27. Mai 2018 Breitenhof- Tagung in Wintersingen

 Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint je nach Vegetationsentwicklung, voraussichtlich nächste Woche.

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