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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 14/2018

Datum: 13.06.2018

Witterung und Vegetationsverlauf

Es bleibt weiterhin schwülwarm mit erhöhter Gewitterneigung bis einschließlich morgen, dann wieder ab dem Wochenende. Die Temperaturen sinken vorübergehend auf Werte um 20°, ab Donnerstag wieder bis 25° C warm. Ab Ende der Woche Beginn Schüttelkirschenernte.

 

Kirschen: Kirschessigfliege (KEF) und Kirschfruchtfliege (KFF)

Aktuelle Situation KEF: Bei Kontrollen ist weiterhin keine neue Eiablage zu finden gewesen. Laut Prognosemodell ist ab Ende nächster Woche mit einer deutlichen Zunahme der Eiablagen zu rechnen.

Aktuelle Situation KFF: Der Flug der Kirschfruchtfliege hält weiter an. Es können auch noch rote und reife Kirschen mit Eiern belegt werden.

Empfohlene Vorgehensweise:

Tafelkirschen ohne Dach mit Ernte Mitte-Ende nächster Woche: Eigene Kontrollen auf Eiablage der KEF machen. Die zweite Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid heute oder morgen ausbringen. Werden KEF-Eier gefunden wird Spintor 0,15 l*, max. 0,3 l/ ha (B1) als weiterer Zusatz empfohlen.

Tafelkirschen mit Dach: Die zweite Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid machen.

Schüttelkirschen für Industrie mit Erntebeginn Ende nächster Woche: Eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid.

Alle Spätkirschen mit Ernte nach dem 25.06.: Zwei Mospilan-Behandlungen 14 und sieben Tage vor Ernte gegen die Kirschfruchtfliege einplanen. Sieben bis fünf Tage vor Ernte eine Behandlung mit Spintor 0,3 l/ ha (WZ 5 Tage) oder Exirel 1 l/ ha (WZ 7 Tage), um KEF-Spätvermadung zu vermeiden. Sollte der KEF-Druck früher ansteigen wird eine Behandlung mit Exirel oder Spintor zwischen den beiden Mospilan-Behandlungen empfohlen werden. Nächsten Warndienst beachten.

Monilia-Fruchtfäule: Der Infektionsdruck bleibt hoch. Es werden zwei Behandlungen 14 und 7 Tage vor Ernte mit z.B. Luna Experience 0,2 l* (WZ 7 Tage) oder Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) mit Nebenwirkung auf Schrotschuss und Sprühflecken empfohlen. Aus Resistenzgründen sollten die Mittel im jährlichen Wechsel eingesetzt werden. In Tafelkirschen Pflanzenschutzstrategie des OGM Mittelbaden beachten.

San-José-Schildlaus: Die Wanderlarven sind unterwegs, erste Weißschilde sind bereits zu finden. Wo in Befallslagen noch keine Behandlung erfolgt ist, sollte diese umgehend mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, B1, max. 2x, WZ 21 Tage!) erfolgen. Wartezeit von drei Wochen beachten! Bei starkem Befall wird die Folgebehandlung mit Movento nach 8-10 Tagen empfohlen. In Frühsorten Behandlung nach der Ernte terminieren.

 

Zwetschgen: Mehlige Pflaumenblattlaus

Erster Triebspitzenbefall ist zu finden. Anlagen kontrollieren. Zur Bekämpfung wird Teppeki 0,07 kg* (B2, WZ 14 Tage) oder Mospilan SG 0,125 kg* (B4, WZ 14 Tage) empfohlen. Wurden Schildläuse mit Movento bekämpft, ist von einer Nebenwirkung auf die Blattläuse auszugehen.

Pflaumenwickler: In Sorten mit Erntebeginn Mitte Juli (Hanka, Cacaks Schöne) sollte jetzt Insegar 0,2 kg (B1!, WZ 28 Tage, max. 2x, Art. 53) zum Einsatz kommen. Blühender Unterwuchs (Weißklee!) ist vor einem Insegar-Einsatz unbedingt zu mulchen, Blattläuse sind wegen Honigtau-Bildung frühzeitig zu bekämpfen.

Rostmilben: Erster Befall ist v.a. in Junganlagen an den Triebspitzen zu finden. Eigene Anlagen kontrollieren. Bei Befall wird eine Behandlung mit Kiron 0,75 l* oder Envidor 0,2 l* empfohlen. Wurde Movento gegen Schildläuse eingesetzt, ist eine Nebenwirkung auf Rostmilben vorhanden. Erfolg überprüfen.

Johannisbeeren: Spinnmilben

Die warme Witterung hat die Entwicklung der gemeinen Spinnmilbe begünstigt. Eigene Kontrollen v.a. auf Standorten mit leichten Böden oder warmen Standorten machen. Symptome sind fleckige Vergilbungen auf dem Blatt, die Milben und Eier sind mit der Lupe auf der Blattunterseite erkennbar. Adulte sind ca. 1mm lang, grün-gelblich mit zwei dunklen Flecken auf dem Rücken.

Bei Befall wird eine Bekämpfung mit Envidor, 0,4 l(B1!, WZ 14 Tage, max. 1 Anwendung) oder Kiron 1,5 l (B4, WZ 21 Tage, max. 1 Anwendung) empfohlen. Kann die Wartezeit nicht mehr eingehalten werden, ist direkt nach der Ernte eine Behandlung einzuplanen.

Johannisbeerglasflügler: Der Flug hält weiter an. Die Pheromonfallen bei der warmen Witterung regelmäßig mit Wasser oder Saftgemisch nachfüllen. Wegen Bekämpfung Beratung anfordern.

Napfschildläuse: Der Schlupf der Larven hat begonnen. Es kann zu Besiedlung der reifen Beeren kommen. Im Bedarfsfall Beratung anfordern.

Himbeeren: Spinnmilben

Die heiße Witterung ist günstig für die Entwicklung der Gemeinen Spinne. Bestände regelmäßig kontrollieren. Zur Bekämpfung wird Kiron 1,5 l oder Masai 0,375 kg empfohlen, beide Mittel mit 21 Tagen Wartezeit. Tritt Befall kurz vor Erntebeginn auf, ist der Einsatz von Floramite SC 0,4 l (WZ 3 Tage, § 22 für OGM) möglich.

Notfallzulassungen nach Art. 53

Für Karate Zeon in Johannisbeerartigem Beerenobst, Heidelbeerarten und Holunder im Freiland von 08.06.-05.10.2018, sowie Himbeerartigem Beerenobst im Freiland und Gewächshaus gegen Kirschessigfliege von 15.06.-12.10.2018. Max. 2 Anwendungen im Abstand von mind. 3 Tagen mit 0,0375 l/ ha, Wartezeit jeweils 3 Tage. Das Mittel ist bienenungefährlich, B4. Auf Flächen in Nachbarschaft zu Gewässern gilt die Abstandsauflage NW 607-1: 90% - 15 m.

Letzte IP-Begehungsrunde:

Donnerstag, 14.06., 18:00 in Erlach und Ortenberg

Freitag, 15.06., 08:30 in Nußbach, 10:30 in Stadelhofen und Oberkirch, 13:30 in Mösbach.

Lehrfahrt des BZOV Ortenau in die Region Heidelberg am Donnerstag, 28.06.18

Die Anmeldephase läuft.

Es werden drei Betriebe besucht:

Betrieb Hege in Ladenburg (Erdbeeren, Strauchbeeren, Direktvermarktung)

Betrieb Stein in Hirschberg (Stein- und Kernobst, Verkaufsautomat)

Hartenauer Hof in Bickenbach (geschützter Anbau, Hofcafé)

Ausführliche Informationen und verbindliche Anmeldung bis 22.06.18 beim Amt für Landwirtschaft unter 0781-805-7100

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Die nächste Durchsage erfolgt erscheint je nach Entwicklung der KEF, voraussichtlich nächste Woche.

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