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Warndienst Beerenobst KEF Extra Nr. 19/ 2018

Datum: 05.07.2018

Kirschessigfliege Extra-Info Beerenobst

 

Aktuelle Situation

Die aktuelle Witterung bleibt für die Eiablage weiterhin günstig. Die Fruchtproben dieser Woche bei Himbeeren und Brombeeren zeigten meist beginnende, vereinzelt bereits stärkere Eibelegung. Proben von Heidelbeeren sind weiter ohne Befund. Remontierende Erdbeeren sind ab sofort ebenfalls auf Eiablage/ Vermadung zu kontrollieren. Es muss nun mit zunehmendem Druck für jetzt reifende Beeren gerechnet werden. Anlagen in Waldrandlage, an Bächen oder neben Kirschenanlagen sind stärker gefährdet.

Die Eigenkontrolle der Früchte zur Befallseinschätzung wird dringend empfohlen:

a)     Visuelle Kontrolle der Früchte auf Eiablage mit der Lupe (Einbohrlöcher mit den zwei weißen Atemschläuchen, siehe auch unter drosophila.jki.bund.de)

b)     Wasserbadmethode zur Ermittlung des Larvenbesatzes: mind. 20 unverletzte normal reife Früchte für 1-2 Stunden in Wasser (Joghurtbecher oder Zip-Beutel) legen. Nach Entnahme der Früchte können ausgewanderte Larven gezählt werden.

Anlagen mit Einnetzung: Die Volleinnetzung ist umgehend zu schließen, wenn vorgesehen.

 

Aktuelle Empfehlungen bei festgestelltem Befall:

Himbeeren/ Brombeeren: Je nach Befallsgrad Pflücke oder Hygienepflücke mit anschließender Behandlung mit bevorzugt Spintor 0,2 l (WZ 3 Tage, B1). In engen Pflückabständen ernten. Behandlung mit Spintor nach 5-7 Tagen wiederholen oder Zwischenbehandlung mit Spintor 8 ml + combi protec 2 l (WZ 3 Tage) durchführen.

Heidelbeeren: Bei beginnendem Befall eine Behandlung mit Spintor 0,2 l (WZ 3 Tage, B1!) oder Exirel 0,75 l. (WZ 3 Tage, B1!) einplanen.

Remontierende Erdbeeren: Bei beginnendem Befall eine Behandlung mit Spintor 0,2 l (WZ 3 Tage, B1!) oder Karate Zeon 75 ml (Nebenwirkung, max. 2x, WZ 3 Tage, B4) einplanen.

Bei Johannisbeeren werden zurzeit noch keine Anwendungen empfohlen.

 

Hinweise zum Insektizideinsatz gegen KEF im Beerenobst:

Im Beerenobst sind die Insektizide Karate Zeon, Exirel und Spintor sowie Mospilan SG (zur Befallsminderung) gegen die KEF nach Art. 51 bzw. nach Art. 53 zeitlich begrenzt zugelassen. Eine Übersicht befindet sich im Anhang. Die Behandlungen sind abends oder morgens zu machen, da zu diesen Tageszeiten die Fliegen aktiver sind und so eine bessere Wirkung erzielt wird.

Die beiden Mittel Spintor und Karate Zeon wirken vor allem über Kontakt gegen die adulten Fliegen. Die Wirkung von Karate Zeon steigt bei Anwendung bei Temperaturen unter 25° C und ohne direkte Sonneneinstrahlung. Karate wirkt auf Raubmilben stark schädigend, Spintor schwach schädigend.

Exirel wirkt auf Adulte KEF mit Nebenwirkung auf Larven und Eier. Es ist regenbeständig und nicht schädigend für Raubmilben. Der Einsatz ist nur in Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren möglich.

Mospilan SG wirkt gegen die jungen Larvenstadien. Das Mittel ist bienenungefährlich, B4.

Der Abstand zwischen zwei Insektizidanwendungen sollte max. 7 Tage betragen. Werden Sprühanwendungen mit Köderbehandlungen kombiniert, sollte der Abstand zwischen den Sprühanwendungen 14 Tage betragen mit 2 dazwischengeschalteten Köderbehandlungen im Abstand von je 4-5 Tagen.

 

Einsatz des Zusatzstoffes combi protec in Mischung mit Insektiziden

Das Produkt combi protec ist ein beim BVL gelisteter Zusatzstoff und wirkt als Fraßstimulanz. Es wird als Mischungspartner zu Insektiziden in der Bekämpfung von Fruchtfliegen (Kirschfruchtfliege, Walnussfruchtfliege) sowie bei der Kirschessigfliegenbekämpfung empfohlen. Die Mischung ist sowohl mit bienenungefährlichen (B4) als auch bienengefährlich (B1) eingestuften Insektiziden möglich.

Zur Ergänzung von Sprühanwendungen werden Zusatzbehandlungen mit Insektizid + combi protec bei Befallsbeginn in allen Beerenkulturen, vor allem bei Herbsthimbeeren und Brombeeren empfohlen. Dabei sind die für das jeweilige Insektizid geltenden Anwendungsbestimmungen, insbesondere Bienenschutz und Wartezeit zu beachten.

Hinweise zu Behandlungen Insektizid + combi-protec

Die Anwendung erfolgt mit Insektizid + combi protec 2 l in 40 l Wasser.

Für die Insektizide werden folgende Aufwandmengen empfohlen:

Spintor 8 ml/ 40 l Wasser

Mospilan SG 50 g/ 40 l Wasser

Die beidseitige Behandlung jeder Reihe wird empfohlen, wenn entsprechende Gerätetechnik vorhanden ist. Alternativ kann jede zweite Gasse im Sprühverfahren mit je zwei Flachstrahldüsen pro Seite (z.B. IDK 90-015) und Luftunterstützung behandelt werden. So wird jede Reihe einseitig behandelt.

Anwendungen nicht direkt vor Niederschlägen und nicht auf nasses Laub ausbringen.

Zur Sicherstellung der Fruchtqualität sind zudem folgende Maßnahmen mit dem Insektizideinsatz zu kombinieren:

Hygiene:

  • Enge Pflückabstände unter Berücksichtigung der Wartezeit einhalten
  • Bei jeder Pflücke alle reifen Früchte auspflücken
  • Ausschussware in extra Gebinde (Eimer) pflücken

Begleitende Maßnahmen:

  • Gras in den Gassen regelmäßig mulchen
  • Bestände licht halten: Rutenanzahl pro Laufmeter begrenzen und Ruten anbinden
  • Einnetzen der Anlagen mit Hagelnetz oder speziellen feinmaschigen Netzen

Nach der Ernte:

  • Gepflückte Ware schnellstmöglich gekühlt lagern oder direkte Marktanlieferung
  • Zum Abtöten der Larven die Ausschussfrüchte in mit Wasser gefüllten Maischefässern oder in Plastiksäcken lagern.
  • In abgeernteten Himbeer- und Brombeerbeständen Altruten zügig ausschneiden und mulchen.

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung,   insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen   dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit   und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich   aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

 

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