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Infodienst Kernobst Nr. 25/ 2018

Datum: 20.09.2018

Witterung:

Für Freitagabend werden Niederschläge vorhergesagt, weiterhin sind Schauer am Sonntag/ Montag möglich. Die Temperaturen gehen dabei auf 20- 25 ºC zurück. Für Anfang nächster Woche werden gemäßigte Temperaturen von 17 bis 20 ºC vorhergesagt.

 

Obstbaumkrebs:

In Befallslagen (z.B. bei Elstar, Gala, Kanzi) empfehlen wir direkt nach der letzten Pflücke 1-2 Behandlung mit einem Captan-haltigen Mittel, z.B. Malvin WG 0,6 kg* (Obstbaumkrebs, max. 3x zum Blattfall) im Abstand von 10 Tagen. Dies dient der Vorbeugung von Infektionen über die während der Ernte an Fruchtkuchen und Ästen entstandenen Wunden.

 

Triebsucht:

Zur Erntezeit können die Symptome am besten erkannt und befallene Bäume markiert werden (z.B. durch Astbruch), um sie nach der Ernte gezielt zu roden. Hierdurch wird der Befallsdruck in der Anlage gemindert.

Eindeutig befallene Bäume haben vorwiegend an der Triebbasis oder an den Triebspitzen von Durchtrieben vergrößerte und stark gezackte Nebenblätter. Bei sehr starkem Befall treten auch die sog. Hexenbesen auf. Die Früchte sind kleiner, zeigen keine sortentypische Ausfärbung und haben einen faden Geschmack.

 

Birnenknospenstecher:

In der Regel sind nur wenige Anlagen betroffen. Wo im Frühjahr Blütenknospen nicht ausgetrieben sind und die betroffenen Knospen leer waren, liegt ein Befall durch den Birnenknospenstechers vor. Mittels Klopfprobe ist der Käfer nachzuweisen. In Befallslagen empfehlen wir nach der Ernte die Nebenwirkung von Calypso 0,1 l* (B4, max. 1x) auszunutzen. Abdrift auf noch nicht geerntete Nachbarkulturen vermeiden.

 

Birnenpockenmilbe:

Lag ein stärkerer Befall mit der Birnenpockenmilbe im Frühjahr/Sommer vor (zunächst hellgrüne, dann rotbraune bis graue Flecken auf Früchten und Blätter), kann die Nebenwirkung von z.B. Kumulus WG mit 3,5 kg* nach der Ernte genutzt werden. Hierbei werden die Gallmilben bei ihrer Rückwanderung zu den Knospen erfasst. Eine Wiederholung ist nach 7 bis 10 Tagen erforderlich. Behandlungen nicht vor stärkeren Niederschlägen und möglichst bei Temperaturen um die 20 ºC durchführen. Eine Nebenwirkung auf die Birnenrostmilbe ist hierbei vorhanden.

 

Unkrautbekämpfung:

Um bei vorhandenen Wurzelschossern eine mögliche Einlagerung von Glyphosat bei der Herbstbehandlung zu vermeiden, sollten unmittelbar nach der Ernte eine Baumstreifenbehandlung mit U46 M Fluid plus SSA (Indikation Ackerwinde und Ackerkratzdistel) erfolgen. Vor Blattfall ist dann eine Behandlung mit einem entsprechenden Glyphosat-Präparat (z.B. Roundup Express, Roundup RECORD) im Baumstreifen möglich.

 

Widerruf von Zulassungen:

Für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Imidacloprid (= Confidor WG 70 und Warrant 700 WG) hat das BVL die Zulassung zum 18. September 2018 widerrufen. Im Obstbau gibt es Zulassungen nur bei Apfel mit der Indikation gegen Blattläuse und Miniermotten. Für Confidor WG 70 besteht ab dem 18. 09.18 keine Aufbrauchsfrist, für Warrant 700 WG bis zum 19.12.2018. Demzufolge ergeben sich im Obstbau keine weiteren Anwendungen mehr.

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

 

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

 

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