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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 27/ 2018

Datum: 13.12.2018

Einhaltung von Mindestabständen zu privater Wohnbebauung bei Neupflanzungen

Bei der Neupflanzung von Baum- und Strauchbeerenobstanlagen ist auf die Einhaltung des Mindestabstandes von 5 m zu privater Wohnbebauung zu achten. Dieser Mindestabstand ist vom Anwender einzuhalten, damit für Anwohner kein gesundheitliches Risiko besteht.

Abstände zu Gewässern bei der Neupflanzung von Obstanlagen

Bei der Planung von Neuanlagen ist zu berücksichtigen, dass für die im Obstbau eingesetzten Pflanzenschutzmittel je nach verwendetem Ausbringungsgerät unterschiedliche Abstände zu Gewässern gelten. Um möglichst viele Mittel ohne Einschränkungen einsetzen zu können, sind bei der Neupflanzung entsprechende Abstände mit einzuplanen. Bei Fragen wenden Sie sich an die Übergebietliche Pflanzenschutzberatung im Amt für Landwirtschaft.

Pflanzenschutzsachkunde Fortbildungspflicht

Für alle Altsachkundigen endet am 31.12.2018 der zweite 3-Jahreszeitraum, in dem 4 Stunden Fortbildung besucht werden müssen. Wer noch kurzfristig eine Fortbildung braucht, kann diese online unter landakademie.de in einem Onlinekurs machen. Kursgebühr: 50,00 Euro. Der neue Fortbildungszeitraum dauert von 01.01.2019-31.12.2021. Fortbildungstermine des Amts für Landwirtschaft mit Schwerpunkt Obstbau werden in der Tagespresse und im Internet unter www.landwirtschaft-bw.info => Service => Veranstaltungen bekannt gegeben.

Steinobst: Holz- und Rindenkrankheiten (Valsa, Pseudomonas)

Es wird an das Weißeln der Stämme in Neu- und Junganlagen erinnert. Die Temperaturen bei der Anwendung sollten bei mindestens 10° C liegen und der Tag niederschlagsfrei sein. Der Anstrich sollte vor Ende des Winters angebracht sein. Bewährt hat sich ProAgro-Baumweiß mit gleichzeitigem Wildverbissschutz. Wenn noch nicht erfolgt, wird an die Kupferbehandlung erinnert; Es sind auch mehrere Anwendungen mit verringerter Aufwandmenge möglich.

Steinobst und Strauchbeerenobst: Unkrautbekämpfung

Zur Bekämpfung von Ungräsern und Vogelmiere wird eine Behandlung mit Kerb Flo empfohlen.

Aufwandmengen:

Steinobst sowie Johannis- und Stachelbeeren: 6,25 l/ ha,

Himbeerartiges Beerenobst, Holunder und Heidelbeeren: 3,75 l/ ha.

Die Anwendung muss während der Vegetationsruhe im Dezember/ Januar erfolgen. Der Boden sollte möglichst schneefrei sein. Optimale Bedingungen: bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf leicht gefrorenen Boden behandeln (Befahrbarkeit). Am Tag der Applikation sollte es trocken bleiben.

Bei starker Verunkrautung kann in Steinobst sowie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren Roundup Rekord 2,5 kg/ ha (Ausbringung mit Abschirmung) ausgebracht werden. Eine Behandlung sollte zur Vermeidung von Kulturschäden bei Strauchbeeren vor dem Schnitt oder frühestens 6 Wochen nach dem Schnitt gemacht werden. Hinweis: Nur Roundup Rekord kann ganzjährig eingesetzt werden.

Johannisbeeren & Stachelbeeren: Maulbeerschildlaus & Rotpustelkrankheit

Achten Sie beim Winterschnitt auf Befall durch beide Schaderreger und schneiden sie betroffene Triebe bodeneben aus.

In der Umgebung betroffener Anlagen sollte auf Befall durch die Maulbeerschildlaus an Ziergehölzen wie z.B. Pfaffenhütchen/ Spindelstrauch kontrolliert werden, da von dort eine erneute Zuwanderung ausgehen kann.

Der Schnitt ist weiterhin die wichtigste Maßnahme der Bekämpfungsstrategie der Maulbeerschildlaus!

Rotpustelkrankheit: Wir empfehlen direkt nach dem Schnitt eine Behandlung mit Cuprozin Progress 4 l (max. 2x bis Austrieb) oder Malvin WG 1,8 kg (§ 22, max. 2x). Ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung der Rotpustelkrankheit ist die Hygiene in der Anlage. Alles Schnittholz ist aus der Anlage zu entfernen (verbrennen oder abfahren). Dies ist wichtig, da sich auch auf gesundem Schnittholz über den Winter Rotpustel entwickeln kann und der Pilz von dort Ertragstriebe neu infizieren kann.

Johannisbeerglasflügler: Befall ist weiterhin zu finden. Die Raupen überwintern in den Trieben. Abgestorbene Zapfen/ Triebe ausschneiden und verbrennen oder aus der Anlage entfernen.

Erdbeeren: Unkrautbekämpfung

Die Bestände sind nach den ersten Frösten nun in Winterruhe.

Für eine Behandlung mit Bodenherbiziden ist ruhiges Inversionswetter mit Temperaturen von 0 bis max. 10° C günstig. Für eine gute Wirkung der Kerb-Produkte sollte die mittlere Temperatur in den Tagen nach der Behandlung unter 10° C liegen.

Bei gegebener Befahrbarkeit wird eine Behandlung mit 3,5 l Stomp Aqua in Mischung mit max. 1,25 l Kerb Flo oder 1 kg Kerb 50 W empfohlen. Für Stomp gelten folgende Auflagen: Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/ha, mindestens 300 l Wasser/ ha, Abdriftminderung mindestens 90% (ist bei Rückenspritze mit grobtropfiger Düse und Schirm erfüllt), Windgeschwindigkeit während der Ausbringung max. 3 m/s

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:

  • Mulchrasen in den Fahrgassen kurz halten,
  • Baumstreifen frei von Bewuchs halten,
  • Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen,
  • Sitzstangen für Greifvögel aufstellen.

Bekämpfung mit Ködern s. WD Nr. 25 vom 19.10.18

Zulassungsverlängerungen:

Wichtiger Hinweis zu Movento OD: Zulassungsende 30.11.2018 => Aufbrauchfrist 31.05.2020; => Anwendung in Johannisbeeren, Stachelbeeren und Pfirsich nach Ernte 2019 für Betriebe mit § 22-Genehmigung noch möglich. Benötigte Mittelmengen bis 31.05.2019 beim Handel einkaufen!

Glyphosat-Herbizide wie z.B. Glyfos TF classic, Roundup Ultra oder Chikara Duo bis 15.12.19

Syllit und Arinex bis 31.12.19

Mavrik Vita und Evure bis 31.12.21

Verkürzung der Wartezeit bei Signum in Himbeeren und Brombeeren von 7 auf 3 Tage.



Veranstaltungshinweise: Waldulmer Obstbautag am Mo 14.01.2019 in Kappelrodeck-Waldulm.



Themen: Neue Apfelsorten, G. Baab, Kleinaltendorf, Betriebsvorstellung, A. Beck, Eberdingen, Pflanzenschutz: Rechtliches und Schaderreger, H.-D. Beuschlein und M. Bernhart, Offenburg

 

Mit dieser Durchsage enden die Pflanzenschutzhinweise 2018.

 

Der erste Hinweis 2019 wird zum Schwellen der Pfirsichknospen und einsetzender Infektionsgefahr durch die Kräuselkrankheit erfolgen.

 

 

Wir wünschen allen Obsterzeugern ruhige Weihnachtsfeiertage

und einen guten Start ins neue Jahr!

 

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

 

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