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Infodienst Kernobst Nr. 28/ 2017

Datum: 23.08.2017

Witterung: Zum Wochenende steigen die Temperaturen weiter auf über 30 ºC an. Die Gewitterneigung kann auf Sonntag zunehmen.

Schorf/Lagerschorf/Fruchtfäulen:

Die Behandlungen entsprechend den zu erwartenden Erntezeiten beginnen bzw. fortführen
(s. hierzu WD Nr. 25).

Apfelwickler:

In den Pheromonfallen werden nur noch vereinzelt Falter gefangen. Bei Untersuchungen in behandelten Anlagen fanden sich zuletzt keine frische Einbohrungen. Lediglich im Randbereich von z.B. Anlagen mit Pheromonverwirrung war dies noch der Fall. Bei den hohen Abendtemperaturen in der letzten Woche muss deshalb in gefährdeten Anlagen noch mit Eiablage gerechnet werden. Hier empfehlen wir ab Mitte dieser Woche nochmal eine Behandlung mit Granuloseviruspräparaten.

Unkrautbekämpfung:

Die Genehmigung von Reglone nach §22,2 PflSchG wurde mittlerweile widerrufen. Behandlungen im Zeitraum der Genehmigung bis zum Widerruf waren rechtmäßig. Bewahren Sie hierzu die Hinweise der Antragsteller (OGM, LVEO) für mögliche Kontrollen auf.

Nach dem Wegfall von Basta und der Zulassung von Beloukha (s.u.) ergeben sich für Herbizid-anwendungen im Spätsommer/Herbst folgende Möglichkeiten:

a)     Bei starker Verunkrautung im Vorerntezeitraum die Nebenwirkung einer Behandlung auf Stockausschläge mit Beloukha (Wirkstoff Pelargonsäure) nutzen. Je nach Unkrautbesatz in Kombination mit einem Wuchsstoffpräparat (U46 M-Fluid). Bei erneuter Verunkrautung kann nach der Ernte eine Wiederholung mit Beloukha sinnvoll sein.

b)     Bei geringerer Verunkrautung eine Behandlung nach der Ernte wie bei a) durchführen. Der Einsatz von Wuchsstoffpräparaten wie z. B. U46 M-Fluid nach Ende September ist möglich und wurde mit der Pflanzenschutzberatung und der Zertifizierungsstelle in Freiburg abgestimmt.

c)     Glyphosat-haltige Produkten (z.B. Kyleo, Roundup Rekord, Roundup Express) nach der Ernte: der Einsatz wird in unserer Region aufgrund möglicher Schäden eher kritisch bewertet. Eine Behandlung darf nur unter folgenden Voraussetzungen erfolgen: keine Wurzel-schosser, diese ggf. rechtzeitig vorher abschneiden, und keine Abdrift auf Kulturpflanzen (nur mit Spritzschirm und bei Windstille behandeln, grobe Düsen verwenden, herabhängende Äste abschneiden).

Generell müssen Behandlungen vor einsetzendem Blattfall erfolgen.

Hinweis: der Wirkstoff Pelargonsäure wirkt nicht selektiv, durchdringt die Kutikula und zerstört die Zellwände der darunter liegenden Epidermiszellen. Es kommt zum Zellausfluss und zum anschließenden Vertrocknen der geschädigten Bereiche. Warme Witterung nach der Behandlung fördert und beschleunigt die Wirkung, ältere Unkräuter/ Ungräser sind widerstandsfähiger. Bei der Spritzbrühe ist eine 6-8 %-ige Konzentration (200- 270 l Wasser/ha) einer 4 %-igen Konzentration (bei 400 l Wasser/ha) vorzuziehen.

 

Zulassungen und Genehmigungen

Zulassung nach Art. 53 EU (VO):

Beloukha (Wirkstoff Pelargonsäure) im Kern- und Steinobst vom 22.08. bis 19.12.2017 zur Abtötung von Wurzelschossern.

Aufwand: 16 l/ ha in 200 bis 400 Liter Wasser/ha als Einzelpflanzenbehandlung spritzen, max. 2x, Wartezeit F. Länge der Wurzelschosser maximal 10 bis 15 cm.

Zulassungsverlängerung:

Derrex (Eisen-III-Phosphat) gegen Nacktschnecken in Obstkulturen bis zum 31.10.2017.

Ferramol Schneckenkorn P (Eisen-III-Phosphat) gegen Nacktschnecken bis zum 31.01.2018.

Flint bis zum 31.07.2018

 

Termine:

  • Versuchsbegehung Augustenberg am Mittwoch, 23.08.2017, 17.00 Uhr,
    Ort LTZ Augustenberg, Karlsruhe-Durlach
  • Bezirksobstbauverein-Lehrfahrt in die Region Hohenlohe am Donnerstag, 07.09.2017,
    Anmeldungen bis 04.09.17 möglich unter 0781-805 7100.
  • PAMIRA-Sammlung für den nördlichen Ortenaukreis findet am Donnerstag, den 7. September auf dem Betriebsgelände der „Wilhelm Droll OHG“ in Bühl- Oberbruch statt.
  • PAMIRA-Sammlung bei „Pflanzenschutz Wurth GmbH“, Industriestraße 4 in Appenweier, findet in der Zeit vom 11.10. – 13.10. jeweils von 7:30 – 17 Uhr statt.

 Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

*Mittelmengen bei Baumobst je ha und m Kronenhöhe
§ 22,2 (früher § 18b) Die Anwendung des Mittels ist nur zulässig in Betrieben, denen eine Genehmigung nach § 22,2 Pflanzenschutzgesetz erteilt wurde

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die
Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen
Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und
Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus
den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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