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Warndienst Stein- Beerenobst Nr. 13 / 2018

Datum: 06.06.2018

Witterung und Vegetationsverlauf

Ab morgen bis mindestens Anfang nächster Woche sind Schauer und Gewitter bei Temperaturen bis 27° gemeldet. Die Ernte von Jonkher van Tets hat in Frühlagen begonnen, Ab Ende nächster Woche Beginn Schüttelkirschenernte.

 

Vorgehen nach Hagelschlag:

Bereits heute hat es im Raum Appenweier/ Nußbach gehagelt. Die nächsten Tage sind weitere Gewitter mit Hagel möglich.

Zur besseren Wundverheilung und Vermeidung von Pilzinfektionen über Hagelwunden am Holz ist in den ersten 12-24 Stunden nach dem Hagelereignis eine Behandlung mit Malvin WG oder Merpan 48 SC ratsam. Zulassung im Steinobst nur in Kirschen und Zwetschgen, Malvin in Zwetschgen nur mit § 22-Genehmigung.

In Beerenobst kann im rückstandrelevanten Zeitraum vor der Ernte Teldor oder Signum gegen Fruchtfäulen eingesetzt werden. Wartezeiten und Anzahl Wirkstoffe je nach Kultur beachten!

Kirschen: Kirschessigfliege (KEF) und Kirschfruchtfliege (KFF)

Aktuelle Situation KEF: An jetzt heranreifenden Tafel- und Schüttelkirschen ist bei heutigen Kontrollen keine neue Eiablage zu finden gewesen. An Frühsorten (Burlat, Schwarze Schüttler), die nicht geerntet wurden sind erste Puppen zu finden.

Aktuelle Situation KFF: Der Flug der Kirschfruchtfliege hat seit dem Wochenende stark zugenommen. Erste Vermadung an Frühkirschen ohne Behandlung ist zu finden.

Empfohlene Vorgehensweise:

Tafelkirschen ohne Dach mit Ernte Mitte-Ende nächster Woche: Eigene Kontrollen auf Eiablage der KEF machen. Eine weitere Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid. Werden KEF-Eier gefunden wird Mospilan in Mischung mit Spintor 0,15 l*, max. 0,3 l/ ha (B1) empfohlen.

Tafelkirschen mit Dach: Eine weitere Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid.

Schüttelkirschen für Industrie mit Erntebeginn Ende nächster Woche: Eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid.

Für Einsatz von Spintor und Exirel in Spätkirschen nächste Warndienste beachten.

Monilia-Fruchtfäule: Der Infektionsdruck bleibt hoch. An unbehandelten Bäumen sind bereits viele faule Früchte zu finden. Es werden zwei Behandlungen 14 und 7 Tage vor Ernte mit z.B. Luna Experience 0,2 l* (WZ 7 Tage) oder Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) mit Nebenwirkung auf Schrotschuss und Sprühflecken empfohlen. Aus Resistenzgründen sollten die Mittel im jährlichen Wechsel eingesetzt werden. In Tafelkirschen Pflanzenschutzstrategie des OGM Mittelbaden beachten.

San-José-Schildlaus: Wo noch keine Behandlung erfolgt ist, sollte diese nächstmöglich mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, B1, WZ 21 Tage!) erfolgen. Wartezeit von drei Wochen beachten! Bei starkem Befall wird die Folgebehandlung mit Movento nach 8-10 Tagen empfohlen.

 

Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen: Rote Austernschildlaus

In Anlagen mit starkem Befall sollte spätestens zwei Wochen nach der ersten Movento-Behandlung nochmal Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, B1!) eingesetzt werden. Die Behandlung sollte früh morgens erfolgen, um ein langsames Antrocknen der Spritzbrühe zu gewährleisten.

Pflaumenwickler:. S. Fax. Nr. 11 vom 23.05.18

 

Zulassungshinweise

Die Zulassung von Vorox F wurde bis zum 30.6.2019 verlängert.

Restmengen von Discus und Stroby WG müssen bis zum 30.6.2018 aufgebraucht werden!

 

Notfallzulassungen nach Art. 53

Zur punktuellen Bekämpfung von Wurzelschossern bei Kern- und Steinobst wurden Finalsan und Beloukha zugelassen. Anwendungen im Freiland bei einer maximalen Länge der Wurzelschosser von 10 – 15 cm, Abstand zwischen den Behandlungen 2 – 4 Wochen, WZ F.

Finalsan (Kern- und Steinobst 1.6. bis 28.9.18) mit 66 l/ha in 400 l Wasser/ha darf max. 4x angewendet werden (max. 264 l/ha pro Jahr),

Beloukha (Kernobst 5.6. bis 3.10.18, Steinobst 1.6. bis 28.9.18) mit 16 l/ha in 200 l – 400 l Wasser/ha, max. 2x (max. 32 l/ha pro Jahr).

 

Nächste IP-Begehungen:

Donnerstag, 14.06., 18:00 in Erlach und Ortenberg

Freitag, 15.06., 08:30 in Nußbach, 10:30 in Stadelhofen und Oberkirch, 13:30 in Mösbach.

 

Lehrfahrt des BZOV Ortenau in die Region Heidelberg am Donnerstag, 28.06.18

Es werden drei Betriebe besucht:

Betrieb Hege in Ladenburg (Erdbeeren, Strauchbeeren, Direktvermarktung)

Betrieb Stein in Hirschberg (Stein- und Kernobst, Verkaufsautomat)

Hartenauer Hof in Bickenbach (geschützter Anbau, Hofcafé)

Ausführliche Informationen und verbindliche Anmeldung bis 22.06.18 beim Amt für Landwirtschaft unter 0781-805-7100



Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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