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Weinbauinfo Nr.10

Datum: 07.06.2018

Weinbauinfo Nr. 10 vom 07.06.2018

Entwicklungsstand
Die rasante Entwicklung scheint nicht zu stoppen und führt schon jetzt zu Neuplanungen des vorherbstlichen Urlaubs. Viele Anlagen befinden sich bereits in Schrotkorngröße, frühe Lagen fast schon bei der Erbsengröße. Wenden wir die 100 Tage-Regel an, kommen wir auf einen Lesestart in der zweiten Septemberwoche. Der Wetterbericht zeigt heute durchwachsen bevor wir in ein meist freundliches Wochenende starten. Lokale Gewitter können weiterhin sehr stark sein.

Rebschutz
Pilzkrankheiten

Peronospora
Zwar gibt es hier und da sporelierende Ölflecken, bei dem eigentlich aber geringen Infektionsdruck, kann ohne vorrausgehende starke Niederschläge, weiterhin die Kontaktstrategie beibehalten werden. Der Spritzabstand sollte bei nicht mehr als 10 Tagen liegen, da darüberhinaus das Infektionsrisiko steigt. Zum Einsatz kommen Beispielsweise: Folpan 80 WDG (1,4 kg/ha), Polyram WG (2,8 kg/ha) oder Delan WG (0,7 kg/ha). Auf den Zusatz von Phosphorischer Säure (Veriphos) kann aufgrund der weit entwickelten Laubwand und des bevorstehenden Laubschnitts nun verzichtet werden.

Oidium
Bis zur Erbsengröße sind die jungen Beerchen sehr empfindlich. Der einmalige Einsatz von Luna Experience (0,43 l/ha) oder Sercadis (0,21 l/ha) im Nachblütebereich wird empfohlen. Betriebe die schon eines dieser Mittel im „L“ Bereich eingesetzt haben (auch Collis) müssen aufgrund des konsequenten Wirkstoffwechsels nun auf Mittel wie: Vivando („K“ 0,28 l/ha), Kusabi („K“ 0,2625 l/ha), Dynali („R/G“ 0,7 l/ha) oder Talendo („J“ 0,35 l/ha) wechseln.

Bitte melden Sie Ölflecken, Zeigertriebe und weitere Auffälligkeiten weiterhin der Weinbauberatung.

Junganlagen sollten nach dem Austrieb wöchentlich mit einem organischen Peronosporafungizid und Netzschwefel behandelt werden.

Botrytis
Der beste Erfolg beim Einsatz von Spezialbotrytiziden liegt bei einer Behandlung vor Traubenschluss, durch das schnelle Wachstum kann dieses Stadium bald erreicht werden. Durch die gute Blüte und das starke Wachstum wird von sehr kompakten Trauben ausgegangen (Spät blühende Anlagen sind zum teil stärker verrieselt). Wer keine seperate Traubenzonenbehandlung durchführt, kann bei der nächsten Pflanzenschutzmaßnahme in kompakten Sorten/Kolonen einen Einsatz mitplanen. Bei der Einplanung in die übernächste Behandlung könnte es wachstumsbedingt schon zu spät sein. Wer eine seperate Behandlung plant kann noch etwas abwarten, generell gilt aber „lieber etwas zu früh als zu spät“. Bei einem Einsatz nur in der Traubenzone ist der Basisaufwand x2 ausreichend. Zum Einsatz kommen Switch (Bitte beachten Sie hier die Vorgaben Ihres Vermarktungsbetriebes), Prolectus oder Cantus (Cantus hat die Wirkstoffgruppe „L“ und sollte deshalb nicht nach dem Einsatz von Luna Experience, Sercadis oder Collis verwendung finden). Eine luftige Traubenzone erhöht die Wirksamkeit einer sollchen Behandlung.

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x3,5.

Beachten Sie die Auflagen der einzelnen Pflanzenschutzmittel.

Tierische Schädlinge
Traubenwickler
Der Flug der zweiten Generation kann bald beginnen. Die Fallen sollten nun mit frischen Ködern bestückt und wieder regelmäßig kontolliert werden.

Zikaden
Aufgrund der möglichen Übertragung von Schwarzholz sollten bis Juli Brennesselnester nicht mehr abgemäht oder gemulcht werden. Falls wir den Überträgerzikaden die Wirtspflanze nehmen springen diese auf die Reben über.

Weinbauliche Hinweise
Eine lockere, belüftete und belichtete Laubwand und Traubenzone ist der Grundbaustein zur Gesundhaltung unserer Anlagen. Deshalb zählt das Heften, entfernen von Kümmertrieben und nach der Blüte eine Teilentblätterung der Traubenzone zu den wichtigen Aufgaben. In gewohnter weise bei roten Rebsorten etwas stärker, bei weißen Sorten eher auf der Sonnen abgewanten Seite.

Der Einsatz der Bioregulatoren war sehr erfolgreich, ob er in einigen Anlagen zu erfolgreich war wird sich noch herausstellen. Da die Blüte in den meisten Anlagen sehr gut verlaufen ist, es viele und große Trauben gibt, werden nicht viele an weiteren Ertragsregulierenden Maßnahmen vorbeikommen. Möglichkeiten gibt es hier genug: Entferung von Trieben, Entfernung von Trauben oder Halbierung von Trauben. Dies kostet zwar Zeit, steigert aber die Qualität und schont den Stock.

Einige Winzer haben schon mit dem Gipfeln begonnen. Zwar sollte so lange wie möglich damit gewartet werden, jedoch sollte vor dem brechen der Triebe geschnitten werden.

Sonstige Hinweise

Zum Umstrukturierungsverfahren:

Nach erfolgter Pflanzung bzw. Montage von Tropfschläuchen sind die entsprechenden Materialrechnungen möglichst umgehend, jedoch spätestens zum 15. Juli mit Angabe Ihrer Anschrift und Unternehmensnummer einzureichen.

Die nächste Weinbauinfo erscheint voraussichtlich in KW 24.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Johannes Werner
Weinbauberater

Landratsamt Ortenaukreis
Amt für Landwirtschaft
Prinz-Eugenstr. 2
77654 Offenburg
Tel.:             0781 805 7206
Fax.:            0781 805 7200
Handy:         0175 2623256
Email: Johannes.Werner@Ortenaukreis.de



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